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Herbert geht aus

Ja, unglaublich aber war, hab ich in meinen Ferien im Gegensatz zu Rüdiger Hoffman in seinem Urlaub "Ich hab Urlaub, jetzt mach ich erstmal garnichts" mich doch noch vor die Tür getraut. Unglaublich, aber wahr. Es war reiner Zufall, aber im nachhinein bin ich froh es gemacht zu haben. Wie viele moderne Menschen war ich grad bei ICQ chatten als mich einer meiner Freunde anspricht mit einem ziemlich komischen Satz: "Ja noch nix passiert die Handynummer von Herrn Wiese und sie sind herzlich eingeladen". Okay, normales Deutsch (Subjekt+Prädikat+Objekt) aber zusammengewürfelt das sich der Sinn erst ergeben kann, nachdem man das ganze zehnmal gelesen hat. "Ich bin herzlich eingeladen", ein Satz voll von Freundlichkeit wie man ihn selten noch hört. "Ein Stück vom Himmel" würde Grönemeyer jetzt sagen, auch wenn er momentan nicht hier ist. Also machte ich mich mit einem etwas zu alten, klapprigen Drahtesel auf zu meinem Freund. Ich war vorher noch nie bei ihm zuhause, was mich anfangs vor einige Orientierungsschwierigkeiten stellte. Ich klingelte an der vorderen Haustür, niemand öffnete. Durch die Glashaustür sah ich nur eine alte Frau die hinaus guckte um festzustellen ob jemand vor der Tür steht. Fehlanzeige, niemand merkte mich. Direkt neben der Tür war ein großes, hell erleuchtetes Fenster, aus dem ich auch noch Musik vernomm. In der Ahnung mein Freund könnte sich dahínter verbergen, klopfte ich ein paar Mal, diesmal mit Erfolg. Die alte Dame von eben trat aus der Tür und wies mich erstmal zurecht, wohin ich den überhaupt zu gehen habe. Also machte ich mich auf hinter das Haus, wo ebenfalls eine Tür war, diesmal sogar mit Sprechanlagenklingel. Ich klingelte und vernahm sofort die Stimme Tommys, der mich freundlich begrüßte: "Herr Gemeinderat, haben sie auch den Weg hierher gefunden. Na dann will ich sie mal einlassen." Die Tür wurde elektrisch geöffnet und ich trat rein. Meine Schuhe stellte ich im Treppenhaus ab, was aber in dieser Situation nicht nötig gewesen wäre. Ich trat also die Stufen hinauf, wurde von Tommy durch einen langen Flur geleitet, an dem sich ganz am Ende sein Zimmer befand. Groß und einladend. Ganz hinten ein Schrank, davor ein Sofa mit Tisch, links der Tür ein Schreibtisch mit Laptop und davor eine Kommode. Es war einer dieser typischen Dachkammern im ersten Stock, das heißt mit Wänden im fünfundvierzig Grad-Winkel. Ich sah sofort ich bin der einzige Gast. Tommy bot mir sofort etwas zu trinken an, reine Gastfreundschaftshöflichkeit, ich lehnte aber herzlich ab. Ich wollte erst sehen was der Abend so bringt. Der Hausherr klickte sich gerade durch etliche KMX-Moped-Internetseiten, bis ich vorschlug auch noch Timo anzuheuern. Es wäre jemand gewesen mit dem ich mich super hätte unterhalten können, doch sein Handy klingelte vergeblich. Hatte wohl gerade Fahrschule. Tommy macht mich drauf aufmerksam, das Patrick noch kommen würde und ich dachte nur Gesellschaft würde nicht schaden. Währenddessen rief auch noch Jascha an, der ein paar Minuten nach dem ich Schober Lebensberatung geleistet hatte auch ankam. Er war wieder mal in seine typische Motorad-Lederkluft gehült und so zogen wir mit vier Mann zu Fuß los zur Tankstelle. Ich hatte zwar kein Geld bei mir, aber was solls. Meine beschränkte Ausgehzeit ließ eh keinen Alkohol-Exzess zu und so ging ich bereitwillig mit. Tommy musste auch noch zur Bank, was ihm glücklicherweise noch auf Hälfte der Strecke einfiel. Sonst wäre es wohl ein trockener Abend gewesen. Bei der Tankstelle entschied man sich für "Paderborner Pilsener", ein Bier in der Dose, was nicht durch außerordentlich guten Geschmack gekennzeichnet ist, dafür aber für einen außerordentlich günstigen Preis. Jascha bat mich aufgrund seines kindlichen Aussehens ich solle für ihn einkaufen, was ich aber strikt ablehnte, weil ich nicht wirklich daran intressiert war für ihn den Hampelmann zu spielen. Danach, nachdem man sich mit zwölf Dosen eingedeckt hatte ging es zurück zu Tommy, der uns allesamt in seine Gartenlaube lotste. Es ist ein Holzverschlag mit Glasfenstern und einer Tür davor. Nicht grade luxuriös, aber immerhin. Tommy wollte mehr. Ihm reichte der billige Fusel nicht und so stapfte er hinunter in den Keller seiner Oma. Keine Ahnung wo er die Flasche fand, die er uns freudestrahlend präsentierte, aber sie war so verstaubt, das man Mühe hat das Etikett zu lesen, was dazu noch auf französisch war. Der Geschmack sehr charakteristisch. Wie ein Hustenbonbon, das einem die Kehle verbrennt, trotzdem sorgte das Zeug für eine gewärmte Speiseröhre, sofern man darauf Wert lag. Schober zückte die Karten und aufgrund der Tatsache das keine Saua auch nur annährend wusste wie man Doppelkopf spielt, entschieden wir uns schlussendlich für ein Kartenspiel mit dem Afro-Amerikaner diskriminierenden Namen "Neger". Es machte schon recht viel Freude und Jascha, der sich immer noch davor streubte den Uralt-Fusel zu saufen, wurde dieser kurzerhand auferzwungen. Tommy holte extra Schnapsgläser, damit man das Zeug mit mehr Stil trinken konnte. Wenn ich eine Schnapspulle so saufen will, kann ich mich auch an den Straßenrand stellen, das kommt aufs selbe hinaus. Ja, der Abend verlief weiterhin nicht anders. Während die anderen genüsslich ihr Paderborner Pilsener schlürften und ich mir zwei Kurze genehmigte, wurde Karten gespielt. Leider musste ich die Veranstaltung ziemlich früh verlassen, weswegen ich das Angebot auch eine Dose zu trinken leider ablehnen musste. Und so taperte ich durch die dunklen Straßen Steyerbergs, mal ganz davon abgesehen das ich erstmal mein Fahrrad finden musste, da der Garten extrem duster war (ich hatte schon auf dem Hinweg die Stufen übersehen), um dann schlussendlich glücklich und zufrieden zu Hause ankanm. Alles in allem ein denkwürdiger Tag, solange man alle Tage huldigen will, die nicht bei drei auf den Bäumen sind. Aber wer den Pfennig nicht ehrt, ist den Taler nicht wert.
2.4.07 00:00


Herbert und der Film

Um meiner Faszination für alte Wochenschauen einen Ausdruck zu verleihen, habe ich heute beschlossen selber eine zu drehen. Grade gestern kam eine neue Doppel-DVD mit ausgewählten Folgen aus den sechziger Jahren des DEFA Augenzeugens, der Wochenschau der DDR, ins Haus, was mich zusätzlich inspirierte. Diese auf Film gebannten, meist noch schwarzweißen Machwerke, von denen wöchentlich eine Folge in die Kinos kamen um die Leute zu informieren, zu der Zeit als es noch keine Fernseher mit täglichen Nachrichtensendungen gab sollten vom Schwierigkeitsgrad leicht nachzustellen sein, nicht nur weil die Technik damals spärlicher wahr. Gesagt, getan lud ich am Abend meine Akkus auf um am nächsten Morgen anzufangen zu drehen. Ich hatte keinerlei Idee was ich drehen sollte und fuhr einfach drauf los. Da ich die DDR-Wochenschau nachahmen wollte musste ich mir keine Gedanken darüber machen, was für besonders schlimme Meldungen ich zeigen sollte. Diese gabs im ehemaligen Osten nicht und wenn bezogen sie sich meist auf die kapitalistischen Kriegstreiber im Westen. Mein erster Gedanke lockte mich in den Wald, wo ich den Steyerberger Waldferienpark filmte, den ich dabei zu einem Bauwerk der Sowjetunion und der deutschen demokratischen Republik umformte. Danach machte ich eine Kamerafahrt durch den neuen Fahrradweg Richtung Düdinghausen, wobei ich auf zwei CDs stieß, die irgend ein Idiot am Baum befestigt hatte. Sie hingen an einer Schnur herunter und so brachte ich eine Geschichte über den Abgang digitaler Medien in der DDR und verurteilte sie des Todes. Sie war ja sinnbildlich schon erhängt worden. Aber mal ehrlich, irgendwas muss sich der Mensch der diese CDs dort aufhing doch gedacht haben. Sollten sie wohl das Scheinwerferlicht der Autos reflektieren, damit niemand in den Wald bretterte? Ich denke nicht. Danach filmte ich noch die neue Umgehungsstraße um Steyerberg, sie war ja quasi naheliegend. Hierbei bekam ich dann eine weitere Idee. Mir fiel auf, dass Düdinghausen aus der Sicht von Steyerberg ja im Westen liegt. Außerdem werden in Düdinghausen ja viele Tiere gehalten, was mich darauf brachte, dass die Einnahmen des verkauften Fleisches von Kühen und Schweinen ja unversteuert sein könnte, was wiederum ein Wirtschaftsskandal wäre. Also machte ich kurzerhand die Düdinghauser zu Verbrechern und den damaligen Kapitalisten. Danach hatte ich nun wirklich nichts mehr zu tun und fuhr zu einem meiner Freunde, den ich um zwanzig Minuten nach zehn regelrecht aus dem Bett schmiss. Dann, um einen Abschluss für die Wochenschau zu haben, noch schnell eine kleine Doku über unsere Band, wobei ich Timo noch ein Interview ablockte, was er hielt während er gerade genüsslich frühstückte. Danach sollte ich ihm noch helfen seine Gitarre zu reparieren, ich machte dabei allerdings die hohe E-Saite kaputt. Was aber nicht mehr ins Gewicht fiel, die D-Saite wahr schließlich auch schon defekt. Nach diesen Eskapaden kam ich auch noch zu spät zum Mittagessen. Das lag daran dass ich keine Uhr dabei hatte und mich auf die Uhr meines Camcorders verlassen hab, dessen Zeit allerdings noch nicht auf die Sommerzeit umgestellt war. Ich machte mich danach auch erfolgreich an die Bearbeitung des Films, die ich schlussendlich digital machte, statt sie auf die aufwendigere, analoge VHS-Methode mit Aufnahme und Pause durchzuführen. Es war besser so. Ich freute mich über mein Machwerk und wollte es schon an tausend Leute weiterleiten, wenn den tausend Leute für mich sichtbar online gewesen wären. Nun ja, es bleibt so wohl nur ein Meilenstein für meine von mir selbst auserkorene Firma „DTV Broadcasting Company“, deren ich alleiniger Mitarbeiter, Darsteller und Regisseur bin. Einsame Welt, doch kreativ. Ich mach mir nichts draus, den die engsten Freunde und Verwandte quäle ich weiterhin mit meiner Kamera.

(PS: Mit der nun neuen Geschichte von Herbert in diesem Blog tu ich nicht nur mir eine Genugtuung, sondern auch Julia, die mich heute schon angemeckert hat, weil ich gestern nichts geschrieben hab, aber man kann ja auch nicht an einem Tag wo absolut nichts passiert ist einen ganzen Roman verfassen.)

4.4.07 23:08


Herbert am Tag vor Karfreitag

Morgens, nachdem ich bereits gefrühstückt hatte und mich sowieso schon einigermaßen faul darum gekümmert hatte aufzustehen, das heißt in einem quälend langsamen Rhythmus, wollte ich zu Timo fahren um ihm die Ergebnisse des gestrigen Tages, dich ich bereits auf CD gebrannt hatte, zu präsentieren. Ich kam zeitlich gesehen fast genauso an, wie gestern, klingelte etwas stürmisch und erwartungsvoll auf ein paar sinnlos zu verbringende Stunden, bis Timo die Tür öffnete. Ich überreichte ihm die CD und ein Packet Stahlseiten für seine Gitarre. Ich hatte sie vor einem halben Jahr gekauft, hatte diesen Schritt aber umsonst getan, sie waren für meine Gitarre nicht geeignet. Ich hätte mir das komplette Griffbrett durchgebogen, anstatt einen einwandfrei sauberen Klang genießen zu dürfen. Ich trat also etwas überstürmt ein, als er mir grad in dem Moment verkündigte, dass er eigentlich keine Zeit habe. Ich nahm dies hin, da ich sowieso nichts anderes erwarten konnte, wenn ich zu jemandem aus „blauem Dunst“ fahre. Ich plauderte kurz mit ihm, schlug ihm ab das er die Saiten bezahlen solle und fuhr wieder zurück nach Hause. Dort erwartete mich bereits eine Kaffeegesellschaft meiner Mutter, bestehend aus meiner Kusine und ihrem zweiten Kind, wobei das Kind gerade spielte und meine Kusine genüsslich an ihrem Cappuccino nippte. Später kam auch noch unsere Nachbarin hinzu, mit ihrem ersten Kind, das mittlerweile kein Kind mehr war sondern zu einer Frau herangereift war. In dieser Gesellschaft hielt es mich nicht lange, den es gab etwas zu erleben. Es ist ja ein Tag vor Karfreitag und am Karfreitag sind bekanntlich alle Geschäfte geschlossen, was die meisten Leute dazu veranlasst wie wild am heutigen Tag einzukaufen. Meine Mutter die im Einzelhandel tätig ist bestätigte dies und fügte hinzu, das der Tag vor Karfreitag schlimmer sei als der vor Weihnachten. Ich wollte auch eine Kleinigkeit kaufen und so stieß ich mich ins Getümmel. Vor Neukauf stieß ich auf einen vollbesetzten Parkplatz, was für einen Radfahrer aber kein Problem darstellt. Im Laden auch das blanke Durcheinander. Es gab keine Abteilung in der nicht irgendein Kunde stand und auf die Produkte starrte. Ich ging nur schnell durch, nahm mir zwei Dosen Cashew Nüsse und lief zur Kasse. Ich hatte Glück. Trotz der heillos überfüllten Gänge und des zugestellten Parkplatzes ergatterte ich eine bis auf einen Kunden freie Kasse und war in null Komma nichts wieder aus dem Laden. Es hätte schlimmer ausgehen können. Wieder zuhause war die Kaffeegesellschaft immer noch dabei das Sofa plattzusitzen, was sich aber in den nächsten fünf Minuten erledigen sollte. Ich hatte sie überlebt. Was mich direkt dazu brachte Mittag zu essen. Nachmittags, nachdem der Frisör da war, der bei uns in der Nachbarschaft wohnt, starrte ich auf etwas extrem hässliches. In meinem Schuhkarton mit all den Kassetten die ich bespielte mit acht bis dreizehn, sah ich sie: „Bibbi Blocksberg“. Ich hatte mir die Kassetten vor Jahren mal geliehen, zu Zeiten als ich eine Parodie auf diese Reihe gemacht hatte und dazu Original-Stimmen und Sätze verwenden wollte. Sie ist damals auch nicht so schlecht geworden, nur mittlerweile nahmen sie mir wertvollen Platz weg. Kurzerhand packte ich die Kassetten ein und fuhr, wieder einmal auf „blauen Dunst“ zu Sina und brachte die Kassetten zurück. Sina war nicht da, ich traf nur auf ihre Eltern, die gerade im Garten waren. Kein Problem, ich gab sie einfach dort ab und wurde allerdings mit etwas verstörten Gesichtern empfangen. Keiner hätte in diesen Momenten je damit gerechnet mit so was anzukommen. Die Bänder wurden direkt vor meinen Augen weiterverschenkt an eine junge Mutter die bei ihnen zu Besuch war. Naja, es soll mir egal sein, ich war sie los. Um nicht weiter die Ruhe zu stören, zischte ich auch sofort wieder ab. Ein historischer Besuch. In einer Bücherei hätte ich eine Geldstrafe zahlen müssen, weil ich die Ausleihfrist fünf Jahre überzogen hätte. Das Leben geht weiter und ich konnte endlich wieder in Ruhe schlafen.

5.4.07 18:41





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